Zum Nachdenken

So steht's geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Lukas 24,46-47

Geschichten mit Gott
Wenn ich ein Buch in die Hand nehme, schaue ich immer zuerst auf die Rückseite: Wie sieht die Autorin, der Autor aus? Überzeugt mich das Gesicht, die Ausstrahlung?
Auf der Rückseite der Bibel könnte ich über 40 Autoren entdecken, wenn sie denn abgebildet wären. Hirten und Könige, Fischer und Zollbeamte, Propheten, Schriftgelehrte und jenen Arzt namens Lukas, der das Bibelzitat niedergeschrieben hat.
Das Gesicht einer Frau würde ich leider vergebens suchen - allerdings spielen Frauen häufig die Hauptrolle in den mehr als 60 Büchern, die sich hinter dem Einband der Bibel verbergen: Eva und Sarah, Judith, Esther und Ruth, Elisabeth, Maria, Maria aus Magdala ...
So viele Gesichter, so viele Geschichten, Lieder, Gebete, Gedichte, Briefe, Paragraphen, Predigten und Visionen! All das versammelt in einem Band, der sich schlicht "Bibel" nennt. Jede Seite der Bibel erzählt Gottes Geschichte mit einem Menschen, einem Volk. Immer wieder anders, so verschieden, wie Menschen sind und wie sie Gott erfahren.
Immer wieder gleich, denn die Botschaft bleibt dieselbe: Gott ist ein "Gott mit uns", mit jedem und jeder von uns, er schreibt Geschichte und Geschichten quer durch alle Völker und Zeiten.
Das haben wir schriftlich, seit es die Bibel gibt. Und das schreiben wir selbst weiter, jeden Tag - in unser eigenes, unsichtbares "Lebensbuch", das unser Porträt zeigen müsste und den vielen Büchern ein neues hinzufügen würde: Unsere ganz persönliche Geschichte mit Gott.
Inge Müller
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