Geschichte der Kirche

(aus den Aufzeichnungen von Kantor Flechsig)


Diesen Namen hat unsere Kirche nicht die Kirchenbehörde oder der Kirchenvorstand gegeben, vielleicht zur Unterscheidung von der Kirche in Sommerfeld, sondern die Kirche zu Engelsdorf trägt den Namen St. Pankratius nachweisbar mindestens seit dem Jahre 1520. Im Leipziger Ratsarchiv und zwar im sogenannten Kontraktenbuch findet sich eine Urkunde, die photographiert in unserer Kirche hängt, und folgenden Inhalt hat: "Mathias Schulz ist der St. Pankratius Kirche zu Engelsdorf 61 Gulden 7 Groschen schuldig".
Pankratius, ein griechisches Wort, zu Deutsch, der Allgewaltige. Ihn ist im Kalender der 12. Mai vorbehalten. Er ist einer der drei Eisheiligen. Warum unsere Kirche ihm geweiht ist, ob sie an diesem Tage fertig gestellt war, oder ob man es mit Rücksicht auf die Fluren tat, entzieht sich unserer Kenntnis. Übrigens sind wohl 7 Kirchen gerade diesen Heiligen geweiht.
Es ist aber damit erwiesen, dass unsere Kirche früher katholisch war, erst unter Pfarrer Jakob Örtel, der von 1530 an hier amtierte, ist die Reformation in Engelsdorf eingeführt worden.
Pankratius soll nach der Legende als 14 jähriger Knabe am 12. Mai des Jahres 304 als Märtyrer gestorben sein durch Enthauptung unter dem römischen Kaiser Diokletian, der von 284 - 305 regierte, und in Sorge um die Reichseinheit die schwerste und planvollste Christenverfolgung durchführet, weil er in den Christengemeinden einen Staat im Staate erblickte.
Die katholische Kirche erklärte Pankratius zum Heiligen. Nach einer anderen Legende soll Pankratius als 13 jähriger Knabe am 12. Mai 257 den Märtyrertod durch das Schwert unter dem römischen Kaiser Valerian 253 - 260 erlitten haben. Er wird deshalb mit dem Schwert oder mit der Lanze abgelichtet. Glaubunwürdig soll er gestorben sein.
Siehe auch Seite 30 - 4.Jahrgang im Heimatbotenbuch 1927-28